Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern whisky

Im Juni 2010 fand das erste Whisky-Online-Tasting von Rum & Co statt. Verkostet wurden 7 Single Malts für Einstieger. Die Ergebnisse der Auswertung sind sehr interessant, weil sie so gar nicht meine Erwartungen widerspiegeln.

Kandidaten

  • Probe 1: Smokehead Islay Single Malt, ein junger getorfter Wilder ohne Altersangabe von Ian MacLeod aus einer bekannten Islay-Destillerie.
  • Probe 2: Talisker 10 Jahre, ein guter und sehr bekannter Einsteiger in die torfigen Single Malts von der nebelverhangenen Isle of Skye.
  • Probe 3: Auchentoshan 12 Jahre, ein leichter Einsteigerwhisky von der Grenze zu den Lowlands, als einziger schottischer Single Malt dreifach destilliert.
  • Probe 4: Royal Lochnagar 12 Jahre, trotz des königlichen Namens leider eher ein Schattendasein fristend.
  • Probe 5: Strathisla 12 Jahre, ein toller Allrounder aus der vielleicht schönsten Destillerie in Shottland im Herzen des Speyside.
  • Probe 6: Springbank 10 Jahre, ein sanft getorfter Single Malt von der Halbinsel Campbeltown, die erst kürzlich wieder zur eigenen Whiskyregion geadelt wurde.
  • Probe 7 : Dalmore 12 jahre, noch ein elegant-klassischer Speysider mit Sherryeinfluss.

Ergebnis nach Punkten

Klarer Sieger  wurde der Dalmore, gefolgt von Strathisla und Royal Lochnagar/Auchentoshan. Abgeschlagener Letzter wurde der Smokehead:

Das ist in so fern überraschend, weil in Deutschland die kräftigen, torfigen Whiskies eigentlich sehr beliebt sind. Vielleicht liegt es dann doch am Alter und der Tatsache, dass die „jungen Wilden“ nun mal eher eindimensional ausfallen (und somit um so mehr Geschmackssache sind), während die älteren Single Malts, zudem wenn sie wie Dalmore und Strathisla auch in Sherry-Fässern lagerten, doch komplxer und runder sind.

Ergebnis nach Höchststimmen

Auch hier gewinnt der Dalmore deutlich vor Strathisla und Royal Lochnagar, der Rest teilt sich die Plätze. Der Springbank fällt hier völlig zurück, platziert sich im Gesamtergebnis aber immerhin auf dem drittletzten Platz. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die beiden „Torfmonster“ Smokehead und Talister eben entweder Top oder Hopp sind, während der Springbank zwar keinem so richtig gut schmeckt, aber auch keinem so richtig schlecht.

Ergebnis nach Preis-Leistungs-Verhältnis

Ist teuer auch gut oder ist geiz doch geil? Das kann man so nicht sagen. Die Preise der verkosteten Single Malts (und auch aller anderen) richten sich zum Beispiel auch nach der Größe des Konzerns, der dahinter steht oder ebene auch nicht. Eine eher kleine Destillerie wie Springbank produziert und verkauft weniger als die Großkonzerne, zu denen z.B. Dalmore und Auchentoshan gehören. Der Smokehead ist zwar jung, aber die Destillerie aus der er kommt verkauft eher wenig Fässer und gilt zudem als Kultdestillerie, um so teurer werden die Abfüllungen gehandelt. Hier eine Übersicht der Literpreise:

Gerechnet auf den Punkteschnitt ist der Preis-Leistungs-Sieger auch hier der Dalmore, der beim reinen Preis der Zweitgünstigste ist. Der Auchentoshan landet knapp geschlagen auf dem zweiten Platz und wäre real der Günstigste. Der teure Smokehead landet auf dem letzten Platz:

Meine Meinung

Was die Statistiken leider nicht aussagen können: Wer waren die Teilnehmer? Anfänger oder Fortgeschrittene? Freunde leichter oder kräftiger Whiskies? Oder anders ausgedrückt: Sind sie ein representativer Querschnitt der Kunden von Rum & Co und der Whiskyfreunde im allgemeinen?

Bei mir persönlich ist die Auswertung etwas anders ausgefallen. Ich hatte den Auchentoshan vorn, was mich sehr überrascht hat, da er mir eigentlich zu leicht ist. Dann folgen Springbank, Talisker und Smokehead, das passt, da ich es zwar kräftiger, aber nicht unbedingt sehr torfig mag. Dalmore und Strathisla teilen sich den dritten Platz und der Royal Lochnagar wird abgeschlagener Letzter. Da ich eigentlich großer Fan von Strathisla und Royal Lochnagar bin, macht mich das nachdenklich und zeigt wieder mal, dass unsere Geschmacksnerven sehr beeinflussbar sind.

Hätte ich vor dem Tasting die Namen gewusst, ich hätte Strathisla und Talisker vorne gesehen, weil ich sie für die größten Allrounder halte. So kann man sich täuschen. Es scheint doch so zu sein, dass die Masse der Käufer eher leichte und ausgeglichene Single Malts schätzt und die charaktervolleren Malts Geschmackssache bleiben.

Jörg Bechtold

www.whiskyfanblog.de

Die nächsten Tastings von Rum & Co stehen an. Diesen Monat gibt es ein Whisky Einsteiger Tasting mit einer Auswahl an Whiskys der einzelnen schottischen Regionen und ein Rum Tasting mit einer Auswahl an Plantation und Bristol Rum`s. BEim Rum Tasting werden dieses Mal ganze 8 Sorten teilnehmen.

Die Whisky-Regionen Schottlands (für Einsteiger)

Lernen Sie die Whisky-Regionen Schottlands kennen. Für jede Region haben wir Ihnen einen typischen Vertreter des regionalen Stils herausgesucht. Von den leichten Single Malts der Lowlands bis zu den torfigen Single Malts der Isle of Islay ist für jeden etwas dabei. Die Teilnehmer dieses Tastings sind:

1. Smokehead / Islay
2. Talisker 10 Jahre / Islands
3. Auchentoshan 12 Jahre / Lowlands
4. Royal Lochnagar 12 Jahre / Highlands Süd
5. Strathisla 12 Jahre / Speyside
6. Springbank 10 Jahre / Campeltown
7. Dalmore 12 Jahre / Highlands Nord

Rum Tasting Juni 2010

Wir haben uns bei diesem Tasting für die Anbieter Bristol und Plantation entschieden.

1. Bristol Caribbean Collection Rum
2. Bristol Caroni Trinidad 1998 Rum
3. Bristol Reserve Rum of Nicaragua 1998
4. Bristol Reserve Rum of Peru
5. Plantation Panama 2000
6. Plantation Guyana 1990
7. Plantation Grenada 1998
8. Plantation Barbados 2000

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Tasten der verschiedenen Sorten. Bei Fragen zum Tasting sind wir gerne unter 04627/184083 oder info@rumundco.de für Sie erreichbar